Neustart Niedersachsen – Millionen für das Emsland

Neustart Niedersachsen – Millionen für das Emsland

Mehr als 800 Förderanträge emsländischer Unternehmen bewilligt

Meppen. Die emsländischen Landtagsabgeordneten Bernd Busemann (Wahlkreis Papenburg), Bernd-Carsten Hiebing (Wahlkreis Meppen) und Christian Fühner Wahlkreis Lingen) sprachen mit dem Wirtschaftsverband Emsland über Perspektiven für eine Zeit nach Corona.

Vielzahl an Einzelprogrammen

Bernd Busemann machte deutlich, dass das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung mit verschiedenen Einzelprogrammen die Fördermöglichkeiten des Bundes für niedersächsische Unternehmen ergänzt habe und auch landesspezifische Schwerpunkte gesetzt wurden: „Unsere Neustart-Förderprogramme haben den Nerv vieler Unternehmen getroffen und ihnen eine dringend notwendige Perspektive für die Zeit nach Corona aufgezeigt,“ so Busemann.

Bernd-Carsten Hiebing ergänzte, dass vor allem durch das Programm „Neustart Niedersachsen Investition“, das Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, des Handwerks und der Automobilwirtschaft, die wirtschaftliche Einbrüche durch die Covid-19-Pandemie erlitten haben, die Möglichkeit bietet, Investitionsvorhaben mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss bis zu 50 % zu fördern, ein wichtiger Impuls zur strategischen Neuausrichtung für die Unternehmen gesetzt hat: „Diese Förderungen sind vielen unterschiedlichen Branchen zu Gute gekommen,“ so Hiebing.

Emsland Rekord-Antragsteller

Die Zahlen unterstützen diese Ansichten. Aufgrund der unerwartet hohen Nachfrage wurde das Landesförderprogramm „Investition“ im Februar von ursprünglich 450 Mio. Euro auf fast 800 Mio. Euro aufgestockt. „Ich freue mich natürlich darüber, dass insbesondere emsländische Unternehmen diese Möglichkeit der strategischen Ausrichtung wahrgenommen haben. Hier zeigen sich Weitsicht und Tatkraft unserer Unternehmen“, so Christian Fühner, der weiter ausführt, dass 812 (ca. 15%) der bewilligten Anträge zu „Neustart Niedersachsen Investition“ allein von emsländischen Unternehmen stammen.

Mechtild Weßling, Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbandes machte deutlich, dass das Emsland und seine Unternehmen grundsätzlich innovativ und weitsichtig unterwegs sind: „Der Wirtschaftsverband betreut aktuell verschiedene Förderprojekte, die mit Mitteln des Landes, des Bundes oder der EU unterstützt werden. So können wir mit unseren Unternehmen beispielsweise in Projekten zur Arbeits- und Fachkräfteakquise und -sicherung, zum überregionalen Austausch oder zur ländlichen Entwicklung zusammenarbeiten.“

Die Landtagsabgeordneten machten aber auch deutlich, dass vor allem der stationäre Einzelhandel weitere Unterstützung benötigt. „Die aktuell wieder aufflammenden Diskussionen zu Verkaufsoffenen Sonntagen in Niedersachsen und das damit verbundene Problem der Anlassbezogenheit zeigen deutlich den Handlungsbedarf,“ so Busemann. Daher fordere man eine zeitnahe Anpassung der Rechtsgrundlage durch Konkretisierung der Anlassbezogenheit, um den Einzelhandel die nötige Planungssicherheit geben zu können.

Unser Wohlstand ist nicht konservierbar

Die Landtagsabgeordneten waren sich einig, dass die Corona-Pandemie allen klar vor Augen geführt habe, dass die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region, die unseren Wohlstand sichert und den Menschen durch vielfältige Arbeitsplätze eine gute Lebensgrundlage bietet, nicht selbstverständlich ist.

„Wir dürfen nicht genügsam werden und müssen konsequent nach vorne schauen,“ fasste Christian Fühner die Meinungen zusammen.

Einigkeit herrschte daher auch über die Notwendigkeit des vierspurigen Ausbaus der Europastraße 233 zwischen Meppen und Cloppenburg – dem aus Sicht der Teilnehmer aktuell wichtigstem Verkehrsinfrastrukturprojekt Niedersachsens. Bernd-Carsten Hiebing machte deutlich, dass durch eine verbesserte Erreichbarkeit nach innen und außen die Attraktivität für Unternehmensansiedlungen gesteigert und Voraussetzungen für die Sicherung und Weiterentwicklung unseres Wohlstandes geschaffen werde.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes, Ulrich Boll, brachte es auf den Punkt: „Der bis heute erreichte Wohlstand in unserem Landkreis lässt sich nicht ohne weiteres zu konservieren.“ Aus Sicht aller Gesprächsteilnehmer muss daher schnellstmöglich die Planfeststellung für den ersten Planungsabschnitt des vierspurigen Ausbaus der E 233 zwischen Meppen und Cloppenburg erfolgen.

Bildunterschrift: Sehen gute Perspektiven für das Emsland.: Bernd-Carsten Hiebing und Bernd Busemann (MdL) Ullrich Boll und Mechtild Weßling (Wirtschaftsverband Emsland) Christian Fühner (MdL).