Christian Fühner besucht Christophorus-Werk

Christian Fühner besucht Christophorus-Werk

Landespolitiker und Geschäftsführung sprachen über die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und die Zukunft der Tagesbildungsstätten.

Christian Fühner (MdL) war am 5. Februar im Christophorus-Werk Lingen e. V. zu Gast. Der CDU-Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages für den Wahlkreis Lingen nahm die Einladung der Geschäftsführung an, um gemeinsam die wichtigsten Themen der aktuellen Sozialpolitik für Menschen mit Behinderung zu besprechen. Im Mittelpunkt des Gespräches stand die Umsetzung des neuen Bundesteilhabegesetzes auf Landesebene.

Dieses ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Christophorus-Werk-Geschäftsführer Georg Kruse erläuterte die positiven Auswirkungen des Bundesteilhabegesetzes: „Wir begrüßen es, dass Menschen mit Behinderung finanziell bessergestellt werden. Ebenso, dass nun auch endlich gesetzlich ihr Recht auf Selbstbestimmung und Teilhabe in den Fokus rückt.“

Knapper Zeitplan für die Umsetzung

Stefan Kerk, stellvertretender Geschäftsführer, wies aber auch darauf hin, dass das Bundesteilhabegesetz viele einschneidende Veränderungen, insbesondere in der Vertragsgestaltung und der Leistungsfinanzierung, mit sich bringt. Diese sollen laut Gesetzgebung möglichst schnell umgesetzt werden. Dabei sind viele Rahmenbedingungen und die Zuständigkeiten zwischen Land und Kommunen noch gar nicht geklärt. Auch ein neues Verfahren zur Förderbedarfsermittlung von Menschen mit Behinderung soll es bereits seit dem 1. Januar 2018 geben. Kruse dazu: „Das Land hat zwar eine erste Version des Verfahrens veröffentlicht, aber weder konnten die Beteiligten dazu bislang ausführlich Stellung nehmen, noch gibt es entsprechende Schulungen zum Einsatz des Verfahrens.“ Kruse bezeichnete den zeitlichen Rahmen der Umsetzung deshalb als „mehr als ambitioniert“. Fühner zeigte sich als sehr interessierter Zuhörer und kommentierte die Probleme dahingehend, dass „in der Umsetzung eine Entschleunigung durchaus wünschenswert“ sei.

Kooperative Beschulung als Zukunftsmodell für Tagesbildungsstätten denkbar

Außerdem sprachen die Geschäftsführer und Fühner über die Zukunft der Tagesbildungsstätten in Niedersachsen, denn in Lingen, Meppen und Papenburg befinden sich die drei größten Tagesbildungsstätten ganz Niedersachsens. Fühner und Kruse waren sich einig, dass das in Lingen entwickelte Modell der Kooperativen Beschulung ein wegweisendes für die Zukunft der Tagesbildungsstätten sein könnte. Dadurch ließen sich die Vorteile einer spezifischen Förderung durch die Tagesbildungsstätten mit den Vorteilen von Inklusion in Schulen gut vereinbaren. Die Geschäftsführer und der Landtagsabgeordnete schlossen ihr Treffen mit der Vereinbarung, diese Themen gemeinsam im Blick zu behalten.

Quelle: Christophorus-Werk Lingen e. V.

Autor: Juliane Schmalisch-Fischer